Vom Welpen zum Junghund

 

Das Welpenalter erstreckt sich von der Geburt bis zum Alter von etwa  4 Monaten.

In der Literatur finden sich jedoch darüber unterschiedliche Angaben. Manchmal wird das Ende des Welpenalters mit dem Ende der Säugezeit in Zusammenhang gebracht, und das wären ungefähr acht Wochen. Das scheint uns jedoch etwas früh zu sein. .Aber so wichtig ist es nicht, ab wann wir vom Junghund sprechen wollen, solange wir nicht meinen, mit dem erreichen dieser Altersstufe bedeutend mehr vom Hund verlangen zu können.

Seine Lernfähigkeit ist schon früh ausgebildet, und sie ändert sich grundsätzlich nicht mehr.

Was noch hinzukommt, sind einige Reifeprozesse des Verhaltens, vor allem aber die vielen Erfahrungen, die der Junghund macht und auf die er sich lernend einstellt.

Es ist noch zu beachten, dass im Alter von etwa sechs bis zehn Monaten, zuweilen auch bis zum zwölften Monat, eine pupertäre Phase einsetzt ,in der Hündin und Rüde sich zur Geschlechtsreife entwickeln. In dieser Phase sind die Junghunde zeitweise weniger ansprechbar. Es kann auch zu einem leicht renitenten Verhalten kommen, dass etwa mit dem Flegelalter beim Menschen vergleichbar ist. Wir müssen dann mehr Geduld haben, ohne

Jedoch von unserem konsequenten Verhalten abzuweichen.

Gerade dies fällt vielen Hundehaltern schwer, und es kommt dann zu Problemen, wenn sie ihren Hund überfordern.

 

Der Hund hat keine Hände

 

Oft fragen uns Besitzer junger Hunde ob es normal sei, dass ihr Welpe ständig nach ihren Händen und Handgelenken fasse, was dann auch ab und zu kleine Verletzungen bereite.

Wir können dann die Frage nur bejahen, indem wir darauf hinweisen, dass eben der Hund vieles, was wir mit unseren Händen tun, mit seinem Fang macht.

Er trägt alles mit den Zähnen, er hat aber auch für Zärtlichkeiten nur die Schnauze zur Verfügung. Auch als Droh- oder Abwehrmittel dient ihm der Fang. So wie er die Zähne bleckt, schnappt oder zubeißt, drohen, schubsen oder schlagen wir mit unseren Fäusten zu.

Das mehr oder weniger starke fassen mit dem Fang im Sinne der Kontaktaufnahme oder Liebkosung macht schon die Hündin mit den Welpen während der Sozialisierungsphase sehr intensiv. Spielende und erwachsene Tiere äußern ebenfalls auf diese Weise ihre Zuneigung.

 

Die spitzen Welpenzähnchen

 

Hat der Welpe die Intensität seines Zupackens an den Geschwistern geübt und dabei seine Beißhemmung nach dem jeweiligen Ereignis beim Partner eingestellt – Stillhalten oder Aufjaulen des Gepackten sind dafür die Signale -, so nimmt er nun vertrauensvoll und liebenswürdig auch die Hände seines Besitzers und dessen Kinder in den Fang.

Da nun Menschenhaut weniger widerstandsfähig als ein Hundefell ist, kommt es nicht selten zu leichten Verletzungen, wobei auch ein kleiner Blutstropfen hervorquellen mag.

Erwachsene Hunde schützen sich vor den noch sehr scharfen Welpenzähnchen indem sie sehr umsichtig ihre Nasen und Lefzen aus dem Bereich des Welpenfangs nehmen und den Welpen beim Spielen den gut geschützten Nacken hinhalten. Als Mensch könnte man dem Welpen den Ärmel anbieten, falls das betreffende Kleidungsstück robust genug ist.