Erziehen heißt, sich verständigen

 

Wie sag ich´s meinem Hund?

Oft kann man Hundebesitzern, die mit ihrem Hund gar nicht zurecht kommen, rasch und nachhaltig helfen, wenn man die Missverständnisse aufklärt, die sich zwischen ihnen und ihrem Vierbeiner ergeben haben. Sie sind zustande gekommen, weil sie mit dem Hund in einer Weise verkehren, die ihm unverständlich bleibt oder die er missversteht.

Typisches Beispiel aus dem Alltag: Rufen wir unseren Hund anhaltend und aufgeregt, wenn er einem Pferd nachrennt, hört er nur unsere Aufregung aus dem Rufen heraus und meint, wir unterstützen ihn in seinem Vorhaben. Wir „schieben“ ihn sozusagen hinter dem Reiter her, und trainieren ihn geradezu dem Pferd nachzurennen.

Damit setzt sich diese Untugend je länger desto mehr fest. Rufen wir dagegen nur einmal und entfernen uns eher, anstatt dem Hund nachzugehen oder nachzurennen, dann fehlt ihm  unsere Unterstützung, und das Missverständnis bleibt aus.

Es îst also wichtig, dass wir uns eine für den Hund erkennbare und verständliche Umgehensweise angewöhnen. Zudem sollten wir gerade den Junghund nicht mit komplizierten Erziehungsvorgängen sowie unserer Ungeduld  überfordern.

 

 

Was ist Konsequenz?

 

Konsequenz hat nichts mit Härte zu tun. Es geht vielmehr darum, dass wir uns bei allen Erziehungsvorgängen dem Tier gegenüber stets gleich verhalten. Tun wir dies, gewöhnt sich der Welpe wie der Junghund bald an diese Vorgänge.

Setzen wir beispielsweise den Hund vor jedem Strassenübergang in genau der gleichen Weise vor den Bordstein, wird er sich nach einiger Zeit selbst hinsetzen und warten, bis wir ihn zum weitergehen auffordern. Er hat sich an dieses Verhalten in der gegebenen Situation gewöhnt, wird aber früher oder später versuchen, ohne sich gesetzt zu haben weiterzugehen. Dieses

Abweichen von erreichtem „Gehorsam“ dürfen wir dem Hund nicht übel nehmen, denn es liegt in seiner Natur, immer neu Widerstand zu leisten. Sein ihm angeborenes Bedürfnis nach Rangordnung  macht ihn in dieser Beziehung expansiv. So versucht er sich hier und dort – oft ganz unerwartet – erneut durchzusetzen. Das beste, was wir im Augenblick tun können, ist, ihn völlig gelassen so zu beeinflussen, wie wir dies ganz zu Anfang getan haben.

Man setzt ihn also in aller Ruhe, aber auch mit aller Bestimmtheit wieder hin, macht eine nicht zu kurze Pause und fordert ihn erst danach wieder auf, mit einem weiterzugehen.

Damit fügt sich der Hund wieder ein, und es bleibt dann auch wieder für eine Weile bei dem erwünschten Verhalten.

Regen wir uns dagegen auf, schimpfen mit ihm oder strafen ihn gar, weil wir meinen, der Hund wisse doch genau, was er zu tun habe, spürt er aus unserem Verhalten nur unsere Unsicherheit heraus. Und damit verstärkt sich sein Widerstreben oft ganz erheblich,

Nicht etwa aus Trotz, sondern weil er nur nicht mehr erkennen kann, was wir eigentlich von ihm wollen.

Aus dem Dargelegten geht hervor, dass die Erziehung des Hundes im Grunde nie zu Ende ist.

 

Versuchen wir, ihn mit einer Schimpftirade zu korrigieren, vermag dies der Hund nicht zu „verstehen“, wie er ja überhaupt nicht fähig ist, die Bedeutung von Wortfolgen zu begreifen.

Was ihm dagegen gelingt, ist das Verknüpfen einzelner Wörter – wir nennen sie Hörzeichen –

mit einer bestimmten Handlung oder einem Ereignis. So wird ihm der Begriff „Spazieren“ bald geläufig sein, er wird erregt wedeln und die Nase gegen die aufgehängte Leine halten,

weil er gewohnt ist, dass mit dem Abheben der Leine der Spaziergang beginnt. Natürlich können wir auch ein anderes Wort wie „Ausgehen“ benutzen. In gleicher Weise können wir den Hund an alle anderen Hörzeichen und die damit verbunden Vorgänge gewöhnen.

Je exakter und gleichförmiger wir dabei handeln, desto schneller und nachhaltiger setzt sich das erwünschte beim Hund fest. Hierin liegt eben, wie schon erklärt, der grosse Vorteil erzieherischer Konsequenz.

Wir dürfen ruhig davon ausgehen, dass unser Hund gerne tut, was wir von ihm wünschen, wenn es uns nur gelingt, ihn unmissverständlich merken zu lassen, was wir eigentlich von ihm verlangen.